Hochleistungs-Füllstoffe für Elastomere aus Plasmalyse von Kunststoff – Abfällen (GreenPlasmaCarbon)/ Fachprogramm „Mat2Twin“ / BMFTR – Material-Hub-Initiative „MaterialNeutral – Ressourcensouveränität durch Materialinnovationen“
Motivation
Industrieruß ist ein unverzichtbarer Bestandteil zahlreicher Alltagsprodukte – von Autoreifen über Dichtungen bis hin zu Farben und Kunststoffen. Seine Herstellung basiert jedoch fast ausschließlich auf Erdöl, ist energieintensiv und verursacht erhebliche CO₂-Emissionen. Gleichzeitig fallen allein in Deutschland jedes Jahr rund sechs Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an, von denen ein Großteil verbrannt wird – mit entsprechendem Verlust wertvoller Rohstoffe und zusätzlichem CO₂-Ausstoß.
Ziele und Vorgehen
Hier setzt das Projekt GreenPlasmaCarbon an: Ziel ist es, aus diesen bisher ungenutzten Kunststoffabfällen durch ein neuartiges Verfahren einen hochwertigen, nachhaltigen Ersatz für Industrieruß zu gewinnen, der in Elastomerprodukten wie Reifen oder technischen Gummiartikeln eingesetzt werden kann. Neben den ökologischen Vorteilen verfolgt das Projekt auch ein digitales Konzept. Alle Projektpartner nutzen eine gemeinsame Datenplattform, um Materialdaten, Versuchsergebnisse und Simulationen zu verknüpfen.
Innovationen und Perspektiven
GreenPlasmaCarbon leistet somit einen doppelten Beitrag: Einerseits werden Kunststoffabfälle stofflich verwertet, die bislang verbrannt wurden. Andererseits wird ein energieintensiver und fossiler Prozess durch ein elektrisches, potenziell klimaneutrales Verfahren ersetzt. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie technologische Innovation, Ressourcenschonung und Digitalisierung Hand in Hand gehen können, um nachhaltige Materialien für die Zukunft bereitzustellen – und dabei Industrie, Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen zu entlasten.