Palladium ist ein silbrig-weiß glänzendes Metall. Es kommt in der Autoindustrie als Autoabgaskatalysator, in der chemischen Industrie als Katalysator für chemische Reaktionen aber auch für Schmuck und medizinische Anwendungen zum Einsatz.

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Palladium ist ein silbrig-weiß glänzendes Metall. Es kommt in der Autoindustrie als Autoabgaskatalysator, in der chemischen Industrie als Katalysator für chemische Reaktionen aber auch für Schmuck und medizinische Anwendungen zum Einsatz.

Palladium (chemisches Elementsymbol Pd) ist ein silbrig-weiß glänzendes Übergangsmetall und das leichteste Mitglied der Platingruppenelemente (Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium, Iridium, Platin).

Es wurde 1802 von dem britischen Chemiker William Hyde Wollaston entdeckt. Seinen Namen erhielt es nach dem Asteroiden Pallas sowie der griechischen Göttin Athene. Mit einer durchschnittlichen Konzentration von nur 0,015 ppm gehört Palladium zu den seltensten Metallen auf der Erde. Dank seiner Eigenschaften benutzt man es in vielen Technologien und Anwendungsbereichen.
Der Hauptanwendungsbereich von Palladium liegt in der Automobilindustrie. Es kommt allein oder in Kombination mit Platin und/oder Rhodium in Drei-Wege-Katalysatoren zum Einsatz. Als Katalysator wandelt es schädliche Abgase wie unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid (CO) und Stickoxide (NOx) in weniger schädliche Stoffe um. Im Jahr 2023 machte dieser Sektor etwa 80 % des weltweiten Palladiumverbrauchs aus .
Palladium kann große Mengen Wasserstoff (H2) oder Deuterium (D2) aufnehmen (chemisch: Hydierungsreaktion) und wieder abgeben (chemisch: Dehydrierungsreaktion), aber keine anderen Gase. Bei normaler Temperatur und normalem Druck speichert es bis zum 900-fachen seines eigenen Volumens an Wasserstoff. Der adsorbierte Wasserstoff wird wieder freigesetzt und dieser Prozess kann unbegrenzt wiederholt werden. Wegen dieser Eigenschaft nennt man es auch metaphorisch „metallischer Schwamm“. Daher wird Palladium oft auch als Gas-Trennmembran in Form einer dünnen metallischen Schicht auf einem porösen Trägermaterial aufgebracht, um Wasserstoff aus Gasgemischen zu trennen oder ihn zu „speichern“ .
Palladium ist weiterhin ein wichtiger Metallkatalysator in der chemischen Industrie, da es Hydrierungs- und Dehydrierungsreaktionen ermöglicht. Es wird in der Lebensmittelindustrie für die sog. Fetthärtung verwendet. Auf diese Weise lassen sich z.B. ungesättigte Fettsäuren und Öle in Margarine als Butterersatz umwandeln .
2010 erhielten Richard F. Heck, Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki den Nobelpreis für Chemie für ihre Arbeiten zu palladiumkatalysierten Kreuzkupplungsreaktionen in der organischen Synthese. Diese Reaktionen ermöglichen die Verbindung von zwei unterschiedlichen Fragmenten. Sie vereinfachen besonders in der Naturstoff- und Arzneimittelsynthese die Herstellung komplexer Moleküle. Ein Beispiel ist Discodermolid, das ursprünglich aus einem Meeresschwamm (Discodermia dissoluta) gewonnen wurde. Diese Substanz zeigt potenzielle Wirkung gegen Krebszellen . Dank der palladiumkatalysierten Kreuzkupplungsreaktionen lässt sich Discodermolid nun in großen Mengen im Labor herstellen. So können Forschende es ausführlich testen und als mögliches Krebsmedikament weiterentwickeln, ohne aufwendig auf Meeresschwämme zurückgreifen zu müssen.
Darüber hinaus verwendet die Industrie Palladium als Katalysator auch in der Produktion anderer Medikamente, wie bei dem Schmerzmittel Naproxen.
Palladium löst sich in Königswasser. Palladium kommt als Metallkomplex im Wacker-Höchst-Prozess zum Einsatz. Dieser Prozess gehört zu den ältesten industriellen Methoden zur Herstellung von Acetylaldehyd.
Palladium ist ein Edelmetall mit hoher chemischer Stabilität. Es reagiert mit Sauerstoff als Feststoff nur unter erschwerten chemischen Bedingungen, wenn es auf 350 °C erhitzt wird. Daher nutzt es die Schmuckindustrie als beliebte Alternative zu traditionellen Metallen. Palladium ist ein viel härteres Metall als Gold, und es läuft nicht mit der Zeit an wie Silber. Es hat ähnliche Eigenschaften wie Platin, jedoch ist es leichter. Deshalb nutzt man Palladium als beliebte Alternative zu Platin in hypoallergenem Schmuck und zur Herstellung von Weißgoldschmuck.
Aufgrund seiner chemischen Stabilität findet es vielseitige Anwendungen. In der Zahnmedizin setzt man es als Legierungszusatz in Dentallegierungen und in chirurgischen Instrumenten ein. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle in elektrischen Sensoren für seine Adsorptionsfähigkeit, in der Herstellung von Münzen, für Brennstoffzellenelektroden und Membrankatalysatoren.
Palladium kommt selten in metallischer Form vor. Es ist jedoch häufiger in Erzlagerstätten zu finden. Es tritt oft zusammen mit anderen Metallen der Platingruppe oder in Erzen mit Kupfer und Nickel auf. Da diese Erze wirtschaftlich interessant sind, gewinnt man Palladium als Nebenprodukt beim Abbau von Metallen wie Platin oder Nickel.

Russland, Südafrika, Kanada, die USA und Simbabwe sind weltweit wichtige Palladium-Produzenten. 2022 war Finnland der größte Produzent von Primär-Palladium innerhalb der Europäischen Union.
Die Raffination von Palladium (und im Allgemeinen von Platingruppenelementen) ist ein kompliziertes Trennverfahren. Deshalb gewinnt das Recycling von Palladium zunehmend an Bedeutung und liefert einen immer größeren Anteil des gesamten Palladiumangebots. Der größte Teil des recycelten Materials stammt aus verbrauchten Autoabgaskatalysatoren, altem Schmuck und Elektronikgeräten.
Obwohl mehr recycelt wird, reicht das Palladiumangebot wegen des steigenden Verbrauchs in der Autoindustrie nicht aus, um die weltweite Nachfrage zu decken.
Im März 2024 wurden die Platingruppenelemente als 27. kritisches Material auf der Liste der 34 strategischen Rohstoffe (SRM) gemäß dem Europäischen Gesetz zu kritischen Rohstoffen aufgeführt.
Weiterführende Informationen:

Palladium gehört zu den Platingruppenelementen (PGE). Es hat wie alle Vertreter dieser Gruppe ein sehr vielseitiges Anwendungsspektrum. Die wichtigste Quelle zur Freisetzung ist der Autoabgaskatalysator, aus dem eine minimale Menge an Palladium (neben Platin und/oder Rhodium) emittiert wird und sich im Feinstaub wiederfindet. Weiterhin findet man es z.B. in Schmuck oder Zahnersatz. Somit besteht direkter Kontakt zu menschlichem Gewebe.
Die Industrie setzt Palladium (Pd) zunehmend in verschiedenen Anwendungen ein, insbesondere in Autoabgaskatalysatoren, Dentallegierungen und der Elektronik. Durch diese Anwendungen kann Palladium in die Umwelt gelangen. Der Hauptanteil der Emissionen stammt dabei aus dem Abrieb von Katalysatoren. Einträge erfolgen vor allem in Böden entlang von Verkehrswegen sowie in Klärschlämme durch industrielle Abwässer.
Die Aufnahme von Palladium in den Körper ist stark abhängig von seiner chemischen Form bzw. seinem Oxidationsstatus. Als metallisches Palladium-Partikel wird es nahezu gar nicht aufgenommen. Als Palladiumsalz, z.B. PdCl2, gelangt es durchaus über die Lunge oder den Magen-Darmtrakt in den Körper.
Palladium kann von verschiedenen Umweltorganismen aufgenommen werden und toxische Effekte hervorrufen. Die Bioverfügbarkeit und Toxizität hängen dabei von der chemischen Form und Partikelgröße des Palladiums ab.
Palladium wird als gut verträglich für den Körper angesehen und gilt nicht als giftig. In gelöster Form kann es jedoch das Immunsystem beeinflussen – das kann bei manchen Menschen zu Hautreizungen oder Allergien führen.
Wenn Palladium in die Umwelt gelangt, verteilt es sich in verschiedene Bereiche. Dabei hängt die Mobilität und der Verbleib von der chemischen Form und Partikelgröße ab.